Conference paper
Neumann, Herrmann:
Monitoring des Welterbes
Der Ort der eingestürzten südlichen Chorschranke, von der sich auch einige Stuckreste erhalten haben, gehört zu den sensibelsten des gesamten Hildesheimer Welterbes. Deshalb hat ICOMOS-Monitoring - in vollster Übereinstimmung mit der Niedersächsischen Denkmalpflege - sich auch für eine möglichste Zurückhaltung bei allen Interventionen dort und im angrenzenden Querhaus eingesetzt. Doch auch der Brand in einer Kapelle, der Kreuzgang und sogar die Ausstattung von St. Michaelis in Gefahr gebracht hat, ist seit Jahren ein wichtiges Thema für ICOMOS. Wenn der Mariendom als zweiter Schwerpunkt des Hildesheimer Welterbes auch aktuell weniger intensiv zu betreuen ist - etwa bei Sicherheitsfragen der Schatzkammer - ist es dort besonders das Umfeld der Anlage, das durch massive Neubauten, wie etwa jene am St. Bernward Krankenhaus, beeinträchtigt werden könnte. Im Zentrum des Interesses am Hildesheimer Welterbe wird für ICOMOS aber weiterhin der Schutz und die kontinuierliche Überwachung der bedeutenden Ausstattung von St. Michaelis stehen.
Dr. Herrmann Neumann hat Architektur und Denkmalpflege studiert und erst als planender Architekt später dann als Referatsleiter in der Bauabteilung der Bayer. Schlösserverwaltung gearbeitet. Seit 2011 engagiert er sich ehrenamtlich in der Monitoring-Gruppe des Deutschen Nationalkomitees von ICOMOS, dem internationalen Rat er Denkmalpflege, für die Welterbestätten Dessau-Wörlitzer Gartenreich und, seit 2022, für jene in Hildesheim.