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Zur Geschichte der Münchner Kunstzink- und Hartbleigießereien
Ein Zwischenbericht
Harzenetter, Markus
Jahr: 1994
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Beschreibung:
Die bislang vorliegenden Erkenntnisse zum Komplex des Forschungsprojektes: "Konservierung von Denkmäler aus Blei, Zink und Zinn" lassen in mehrfacher Hinsicht - materialinhärent, konservierungstechnisch, aber auch bezüglich seiner kunsthistorischen Wertschätzung - als eigentliches "Sorgenkind" Zinkgussobjekte erscheinen: Die schon früh, bereits im späteren 19. Jahrhundert einsetzende, zunächst vor allem materialästhetisch argumentierende Ablehnung von Bildwerken aus Zinnguss wurde befördert durch den Einsatz des Materials bei der Produktion von Massengütern, die dem Verdikt "Kitsch" anheimfielen. Im Ergebnis führte dies zu einem eklatanten Mangel an (kunst-)historischem Wissen über die einschlägigen Gießereien und die die Modelle liefernden Bildhauer, die Auftraggeber und Käufer, Vertriebsstrukturen usw. Selbst die Ermittlung von noch existierenden Denkmälern aus Zink bereitet Schwierigkeiten. Diese Feststellung gilt für München in ungleich stärkerem Maße als für Berlin, wo die Zinkguss-Forschung in den letzten Jahren doch deutlich fortgeschritten ist. Aus diesem Grund lag es nahe, einen ersten Schwerpunkt auf die Erforschung der Münchner Zinkgießereien und ihre Produktion zu legen. Gewissermaßen en passant - es gab kaum eine Gießerei, die ausschließlich ein Material verarbeitete - wird auch der Einsatz von Hartblei untersucht Im Rahmen des laufenden Projektes waren dabei die vorrangigsten Erkenntnisziele die Frage nach dem jeweiligen technologischen Kenntnisstand und die Suche nach exakten "Rezepturen", Anleitungen zur Oberflächenbehandlung, Farbfassung etc. Gerade aber in diesen Punkten muss die Erwartung deutlich gedämpft werden: Nicht zuletzt in der Struktur der Archive bzw. besser: der Entstehung von "Akten" liegt die Ursache dafür, dass primär interessierende Firmenunterlagen mit womöglich "lehrbuchartigen" Anweisungen, aber auch Musterbücher, Verkaufskataloge, Verträge usw. nur äußerst selten gebündelt erhalten blieben. Zur Erstellung dieser Dokumentation musste daher überwiegend entweder auf gedruckte Quellen (z. B. Adressbücher, Kataloge oder Berichte von Gewerbe- und Weltausstellungen usw.) oder auf spezielle Bauakten zurückgegriffen werden. Der Beitrag zur engeren Fragestellung, i. e. konkrete Konservierungsfragen zu klären, ist daher überwiegend ein indirekter: Erweitertes Wissen um Produzenten und Bildwerke wirkt (im Idealfall) sensibilisierend und "fürsorgend". (Vorbemerkung des Aufsatzes) Diese Arbeit wurde mit Mitteln der Deutschen Bundesstiftung Umwelt im Rahmen des Forschungsprojektes "Konservierung von Denkmälern aus Blei, Zink und Zinn" (AZ 01120) gefördert.
Zitation:
Harzenetter, Markus:
Zur Geschichte der Münchner Kunstzink- und Hartbleigießereien. Ein Zwischenbericht. Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege 1994
doi:10.5165/hawk-hhg/88