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Nutzungsorientierte, optimierte Lokaltemperierung von Kirchen

Modellhafte Voruntersuchungen und Konzeptentwicklung

Franzen, Christoph; Löther, Thomas; Meinhold, Uwe

Jahr: 2009

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Beschreibung:
Klosterkirche St. Marienstern
In der ersten Projektphase wurde der enge Zusammenhang zwischen der starken Verschwärzung der Innenwände und dem Heizungssystem respektive dem Luftströmungsverhalten, dass durch die Beheizung wesentlich bestimmt wird, deutlich. In der Folge kam der Erfassung des Luftströmungsverhaltens eine größere Bedeutung zu. Die Kerzen konnten als ein möglicher Partikeldonator ausgemacht werden und eine Änderung zu Kerzen höherer Güte wurde veranlasst. Ein sinnvoll gestaltetes Messprogramm von Klimawerten an verschiedenen Raumpunkten, Behaglichkeitsmessungen und Rauchversuchten ermöglichen eine Beschreibung der Verhältnisse in der Klosterkirche. Die raumklimatischen Untersuchungen der Klosterkirche St. Marienstern hatten zur Aufgabe, die bestehende klimatische Situation im Kirchenschiff zu erfassen und zu bewerten. Gleichzeitig wurde der Einfluss der Beheizung, der Nutzer und des Außenklimas auf den Kirchenraum beurteilt. Dazu erfolgten vier verschiedene messtechnische Untersuchungen. So wurde das Raumklima an unterschiedlichen Messbereichen des Kirchenschiffs erfasst. Diese Messbereiche waren: Außenbereich, Messachse Südwand – Gewölbepfeiler – Nordwand und Messachse Gewölbeunterseite - mittlere Raumhöhe - Besucherbereich. Aus diesen Daten konnten dann für einen Jahreszyklus Aussagen über die raumklimatischen Zustände in der Klosterkirche über die Gebäudebreite und -höhe getroffen werden. Ergänzt wurden die Untersuchungen durch Messungen der Luftströmungen und der Luftwechselrate des Raumes. Für die Erarbeitung der Neukonzeption der Beheizung des Kirchenschiffs, war es außerdem wichtig das bestehende „Behaglichkeitsgefühl“ der Nutzer zu erfassen. Dazu erfolgte eine Behaglichkeitsmessung an verschiedenen Sitzbereichen im Kirchenschiff. Es wurden verschiedene Strategien der Sicherung oder Verbesserung der Behaglichkeit mit den Schwestern als häufigste Nutzer und anderen Nutzergruppen diskutiert. Es wurden sowohl theoretische Modelle als auch provisorische Modellbauten erarbeitet, um mit den Nutzern die konservativen und modernen Strategien zur Beheizung und Behaglichkeit zu erörtern. Auf der Basis der raumklimatischen Messdaten wurden Computersimulationen des Innenklimas zur Bestimmung des Heizungssystems durchgeführt und ausgewertet. Erste technische Rahmenbedingungen für eine Konzeption und Dimensionierung der neuen Raumheizung sind mit diesen Untersuchungen festgelegt. Die Zuführung eines Teiles der Wärme sehr nah am Nutzer zur Reduzierung der mittleren Raumlufttemperatur erscheint sinnvoll. Zusätzlich muss aber auch dafür gesorgt werden, dass Wärme an den bauphysikalisch kritischen Bereichen der Außenwände zugeführt wird. Zum einen sollte möglichen Feuchteschäden vorgebeugt werden, zum anderen ist es notwendig, die Wärme nicht punktuell oder zentral sondern weit verteilt einzubringen. Dies soll einem ungünstigen Raumluftströmungsverhalten entgegenwirken.

Zitation:
Franzen, Christoph; Löther, Thomas; Meinhold, Uwe:
Nutzungsorientierte, optimierte Lokaltemperierung von Kirchen. Modellhafte Voruntersuchungen und Konzeptentwicklung. Institut für Diagnostik und Konservierung an Denkmalen in Sachsen und Sachsen-Anhalt e. V. 2009
doi:10.5165/hawk-hhg/63