Hochschularbeit

Agnieszka Woś-Jucker: Zwei neuzeitliche liturgische Objekte aus einem Grab in der Kathedrale von Sitten. Dokumentation und Konservierung Zurück
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Zusammenfassung: Diese Diplomarbeit betrifft die Dokumentation und Konservierung zweier archäologischer Objekte: eine Mitra und einen Kragen aus einem Sammelgrab mit mehreren Bischöfen in der Kathedrale von Sitten (CH). Beide Objekte sind durch eine reiche Materialkombination charakterisiert. Für die Herstellung des Kragens verwendete man ein Seidengewebe, Leder für die Versteifung und Glasperlen für die Verziehung. Die Mitra wurde aus zwei Seidengeweben genäht und mit Metallborten und -fransen verziert. Unterschiedliche chemische Elemente (Gold, Silber, Kupfer) lassen sich im Aufbau der Metallfäden erkennen. Ein cellulotisches Material kam als Versteifungsschicht der Mitra zum Einsatz.
Anhand der naturwissenschaftlichen Untersuchungen wurden die Konservierungskonzepte für beide Objekte ausgearbeitet. Mittels FTIR wurde eine weisse Verschmutzung als Kalk identifiziert. REM/EDS-Untersuchung, Röntgendiffraktion und Polarisationsmikroskopie haben Befunde über die Zusammensetzung und den Zustand der Metallfäden der Mitra, wie auch die Zusammensetzung der Glasperlen des Kragens (hier wurde nur REM/EDS-Untersuchung und Röntgendiffraktion angewendet) ermöglicht. Mit der Bestimmung der Schrumpfungstemperatur (Ts) konnte eine Aussage über den Degradationsgrad des Leders gemacht werden.
Nur die Konservierung der Mitra wurde praktisch durchgeführt. Nach der Reinigung und dem Glätten der Seidengewebe wurden die Fransen behandelt. Diese Behandlung stellte sich als den interessantesten, aber auch kontroversesten Punkt der Konservierung heraus. Die Fransen bestehen aus Kupferlahn um eine Leinenseele. Nach den Ergebnissen der Untersuchungen wurde der Kupferlahn durch eine zerstörende, autokatalytisch ablaufende Chloridkorrosion angegriffen. Diese Korrosionsart führt mit der Zeit zu einer vollständigen Umwandlung des Metalls in Mineralien. Um diesen Prozess zu stoppen wurde eine Methode aus der Metallkonservierung übernommen. Die Fransen wurden mittels EDTA gereinigt. Nach der Reinigung wurde das Kupfer im Benzotriazol/Ethanol-Bad stabilisiert und die Fransen mit einem in Toluol gelösten Acryllack Paraloid 72B beschichtet.

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weitere Angaben:
  • Hochschule: Abegg-Stiftung
  • Art der Arbeit:  Diplomarbeit
  • Erstprüfer/in:  Dr. Regula Schorta
  • Zweitprüfer/in:  Valentin Boissonnas
  • Abgabedatum:  2004
  • Sprache:  Deutsch
  • Seitenzahl:  178
  • Abbildungen:  170
 
Anmerkung
Autor/in:
 
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