Hochschularbeit

Carsten Huettich: Restaurierung eines Mosaiks der Jahrhundertwende. Zur Alterung von Smalten und den Möglichkeiten der Fehlstellenbearbeitung. Die Muse der Kunst in Berlin-Mitte. Zurück
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Zusammenfassung: Das Objekt vorliegender Arbeit ist das Mosaik "Muse der Kunst" am Haus Schiffbauerdamm 5 in Berlin-Mitte, dass 1892/93 zur Bewerbung des nebenliegenden Theaters am Schiffbauerdamm an der Fassade angebracht wurde. Zur Erhellung der Geschichte des Mosaiks und damit seines heutigen Zustandes wurde seiner Entstehung und seiner Vita nachgegangen. Das über Jahrzehnte vermauerte Smalten-Mosaik wies bei seiner Wiederentdeckung 1997 erhebliche Fehlstellen auf. Zu dem wurden Risse im Setzmörtel, Ablösung des Setzmörtels, HohlstelIen, großflächiger Verlust von Deckgläsern der Goldsmalten, verwitterte Smalten und grobe Verschmutzungen festgestellt. Ein Teil der Arbeit bestand in der Restaurierung des Mosaiks. Auf der Grundlage einer Untersuchung wurde eine Kartierung durchgeführt und ein Schadenskatalog erstellt. In Absprache mit dem Landesdenkmalamt wurde die Restaurierung, die von Juni bis September 1999 stattgefunden hat, konzipiert. Die ausgeführten Maßnahmen sind in einer Dokumentation beschrieben. Einen größeren Raum nimmt dabei die musive, also im Material originalgetreue Schließung der Fehlstellen ein. Es wird auf die besondere Problematik und die ethischen Besonderheiten bei der Bearbeitung von Fehlstellen im Mosaik eingegangen und es werden verschiedene Möglichkeiten aus der Restaurierungsgeschichte aufgezeigt. Zur bekannten Problematik des Verlustes von Deckgläsern der Goldsmalten werden die Ergebnisse naturwissenschaftlicher Untersuchungen vorgestellt, sowie eine Methode, Goldsmalten zu restaurieren, ohne diese austauschen zu müssen. Mosaiken sind schon seit den Frühzeiten menschlichen Kulturschaffens ein Mittel, Architekturoberflächen künstlerisch zu gestalten. Die verschiedensten Werkstoffe fanden dazu Verwendung. Einer dieser Werkstoffe ist, wie in diesem Mosaik - und im 19./20. Jahrhundert hauptsächlich - das Glas. ln dieser Arbeit wurde sich mit der Alterung von Smalten, die auch am bearbeiteten Mosaik auftraten, naturwissenschaftlich auseinandergesetzt, um die Gründe vorzeitiger Alterung zu klären und damit eine mögliche Konservierung dieser Smalten zu ermöglichen. Es konnte bestimmt werden, dass die differierenden Alterungsprozesse trotz abweichender Art und Erscheinung eine Ursache und einen Auslöser haben. Ursache ist immer ein unzureichend zusammengesetztes Glas, in dem netzwerkbildende und netzwerkwandelnde Bestandteile nicht ausgewogen (zwei Drittel zu einem Drittel) vertreten sind. Auslöser in solch einem geschwächten Glas ist ein wässriges Millieu, in dem aus der Smalte Alkalien ausgelaugt und Gelschichten gebildet werden. Eine Schutzschicht vor atmosphärischer Verwitterung können teilweise polymerisierte Silikonharze darstellen, die in ihrem anorganischen Grundgerüst dem Glas sehr ähnlich sind und sehr günstige Alterungseigenschaften aufweisen.

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Schlagworte: Mosaik, Smalte
weitere Angaben:
  • Hochschule: HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/ Holzminden/Göttingen
  • Art der Arbeit:  Diplomarbeit
  • Erstprüfer:  Prof. Dr. Ivo Hammer
  • Zweitprüfer:  Heinrich Schlotmann
  • Abgabedatum:  2000
  • Sprache:  Deutsch
  • Seitenzahl:  195
  • Abbildungen:  177
 
Anmerkung
Autor/in:
 
Veröffentlichungen:
Zur Alterung von Smalten
Zeitschrift "Restauro" 3/2001
Die Muse über der Spree
Zeitschrift "Monumente" 11-12/1999
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