Hochschularbeit

Annette Sievers: Rosafarbene Bakterien auf Architekturoberflächen. Die Bedeutung der Zellwandbeschaffenheit im Hinblick auf Hemmbarkeit und mögliche Gesundheitsgefährdung. Zurück
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Zusammenfassung: Die Diplomarbeit befasst sich mit dem Phänomen der Verfärbung aufgrund der Besiedlung von rosafarbenen Bakterien auf Architekturoberflächen. Zunächst wird die Frage nach einer möglichen Materialzerstörung durch rosafarbene Bakterien verfolgt. Studien zeigen, dass einige der isolierten Kulturen (vorhanden an der Universität Oldenburg) dazu in der Lage sind, Säuren aus Milch und Schwefelwasserstoff zu produzieren. Eine Absonderung von organischen Säuren kann Auflösungsmechanismen von materiellen Bestandteilen verursachen. Eine Produktion von Schwefelwasserstoff kann durch Redoxreaktionen hervorgerufen werden. Bleihaltige Pigmente werden aus diesem Grund schwarz. Neben dieser potentiellen materiellen Zerstörung durch die Besiedlung von rosafarbenen Bakterien haben diese eine negative Auswirkung auf das Erscheinungsbild und dadurch auf den ästhetischen Eindruck des Objekts. Auf Grundlage von früheren Studien über die Entfernung von Besiedlungen wurden bisher mechanische Techniken empfohlen. Da die bakterielle Besiedlung meistens in großem Ausmaß erscheint und einige der Isolate zur Gruppe der gram-negativen und folglich zu möglichen Endotoxin produzierenden Bakterien gehören, muss ein beträchtliches Risiko der menschlichen Gesundheit angemerkt werden. Der sogenannte "LAL-Test" zeigte, dass alle gram-negativen Isolate dazu in der Lage sind, Endotoxine zu produzieren. Jedoch kann der Test nicht das aktuelle Ausmaß der Konzentration der Endotoxine nachweisen, die auf der Wand produziert wurden, und ob eine Abnahme dieser Bakterien das Risiko gegenüber dem menschlichen Organismus beeinflusst. Es wäre wünschenswert, wenn dieser Aspekt im Rahmen eines Forschungsprogramms umfassender behandelt werden könnte. An dieser Stelle ist es wichtig, dass Restauratoren realisieren, dass sie möglicherweise einem Gesundheitsrisiko ausgesetzt sind, wenn sie gram-negative Bakterien entfernen. Folglich müssen alternative Methoden zur Abnahme betrachtet werden. Eine Alternative könnte das Einbringen von Bioziden sein. Die Effektivität einiger Biozide gegen manche rosafarbene Isolate wurde mit Hilfe vom sogenannten "Agar-Diffusions-Test" im Labor durchgeführt. Das Biozid (meist als Fungizid genutzt) Ketoconazol zeigte die besten Ergebnisse. Da Ketoconazol oft im Rahmen von ärztlichen Behandlungen genutzt wird, besitzt es kaum ernste Gesundheitsrisiken. Vergleicht man den Biozidtest aus dem Labor mit einem Test des selben Biozids auf den befallenen Wänden der Lüdingworther St. Jacobi-Kirche, zeigte sich, dass hier die Biozide nichts verhindern, sondern eher das Wachstum der Bakterien unterstützen. Somit ist es notwendig, einen Test vor Ort und nicht im Labor durchzuführen.

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Schlagworte: Rosafarbene Bakterien, Hemmbarkeit, Biozid, Ketoconazol
weitere Angaben:
  • Hochschule:  HAWK Hildesheim/ Holzminden/Göttingen
  • Art der Arbeit:  Diplomarbeit
  • Erstprüfer:  Prof. Dr. Karin Petersen
  • Zweitprüfer:  Prof. Dr. Ivo Hammer
  • Abgabedatum:  2002
  • Sprache:  Deutsch
  • Seitenzahl:  88
  • Abbildungen:  27
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