Hochschularbeit

Jörg Riedel: Die Passionsfresken an der ehem. Schatzkammer des Stephansdoms in Wien. Möglichkeiten der Gipsbehandlung und der nachhaltigen Konservierung. Zurück
Seitenübersicht:  
 
Zusammenfassung: Die Passionsfresken an der ehern. Schatzkammer des Stephansdoms in Wien, ein Meisterwerk spätgotischer Wandmalerei, gehören zu den bedeutenden Außenwandmalereien Österreichs. Seit ihrer Aufdeckung im Jahre 1942 sind sie aber einem kontinuierlichen Verfallsprozess ausgesetzt, dessen Folgen in mehreren Restaurierungen behoben werden sollten. Dabei konnte der Prozess der Zerstörung nicht gestoppt, ja nicht einmal verlangsamt werden, so dass die Restaurierungsmaßnahmen in immer kürzerem Abstand aufeinander folgten. Erst während der letzten Restaurierungskampagne in den Jahren 1978-1986 bemühte man sich nicht allein um die Auswirkungen der Schadensprozesse, sondern um die Erkenntnis der Ursachen derselben für eine gezielte Therapie. Wie so viele Außenwandmalereien im urbanen Raum, so sind auch die Passionsfresken schwer geschädigt durch eine massive Vergipsung. Die großen Probleme für den Erhalt bedeutender Wandmalereien, die sich daraus ergeben, wurden bereits in den 1960er Jahren, besonders in Italien, klar erkannt. Restauratoren und Naturwissenschaftler bemühen sich seither das Problem gipsbelasteter Wandmalereien immer intensiver zu erforschen und Möglichkeiten einer konservatorischen Behandlung zu entwickeln. Aufbauend auf die bisherigen Erkenntnisse beschäftigt sich diese Diplomarbeit mit der Entwicklung eines praktisch umsetzbaren Konservierungskonzeptes für die z. T. akut gefährdeten Malereien. Erfahrungen mit dem Problem vergipster Wandmalerei können und müssen für ein Konservierungskonzept genutzt werden, ohne dass sie bedingungslos auf alle Objekte übertragbar wären. Nur die Entwicklung eines individuellen, alle spezifischen Bedingungen berücksichtigendes Konservierungskonzeptes kann zum Erfolg der Maßnahme führen, was eine genaue Kenntnis dieser Besonderheiten voraussetzt. Eine sorgfältige Beschäftigung mit der Restaurierungsgeschichte hilft, den Aufwand der Voruntersuchung als Voraussetzung einer Konservierungsmaßnahme zu senken, gleichwohl eine genaue Beschreibung des Zustandes mit schriftlichen, zeichnerischen und fotografischen Mitteln sowie eine ergänzende Evaluierung mit naturwissenschaftlichen Methoden unerlässlich ist. Die Wandmalerei in situ bleibt weiterhin in der Architektur als einem System gegenseitiger Beeinflussungen und Abhängigkeiten verankert und ist damit einem dynamischen Prozess unterworfen, der den Zustand der Malerei in irgendeiner Weise verändert. Um die schädigenden Folgen dieses Prozesses so weit wie möglich zu begrenzen und zu verlangsamen, soll diese Diplomarbeit einen Beitrag leisten.

Top

Schlagworte: Passionsfresken, Fresko, Stephansdom, Wien, Gips
weitere Angaben:
  • Hochschule: HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/ Holzminden/Göttingen
  • Art der Arbeit:  Diplomarbeit
  • Erstprüfer:  Prof. Dr. Ivo Hammer
  • Zweitprüfer:  Prof. Heinz Leitner M.A.
  • Abgabedatum:  2000
  • Sprache:  Deutsch
  • Seitenzahl:  123
  • Abbildungen:  50
Zurück

Das Hornemann Institut verfügt ausschließlich über die hier angezeigten Informationen. Für weitere Informationen oder Kopien der Hochschularbeit wenden Sie sich bitte an den Autor/die Autorin - oder wenn kein Kontakt angegeben ist - an die Sekretariate der jeweiligen Fakultäten.