Projektdokumentation

Weiß, Andreas:

Sanierung des durch Grünalgenbefall geschädigten Putzes der Poseritzer Kirche (Backsteingotik) in Poseritz / Rügen

01.05.2007 bis 30.09.2010

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Inhalt
Beteiligte

Grünalgenbefall an der Südwand des Langhauses im Sommer 2007.
Grünalgenbefall an der Südwand des Langhauses im Sommer 2007.
Seit Anfang der 90er Jahre des 20. Jahrhunderts ist in Mecklenburg-Vorpommern eine deutliche Zunahme von Grünalgenbewuchs an den Raumschalen mittelalterlicher Kirchen zu beobachten. Gleichzeitig wurden durch Sanierungen Bauschäden als Feuchtequellen beseitigt. Angesichts gleichbleibender Nutzung sind veränderte Umweltbedingungen als Ursachen für das forcierte Algenwachstum anzunehmen: Globale, mutmaßlich anthropogene Klimaveränderungen haben in der Region die Windlasten, sowie die Niederschlagsfrequenz und -intensität erhöht. In der Folge sind die Schlagregenbelastung der Gebäudehüllen und die Kondensatbelastung der Raumschalen durch unkontrollierte Luftwechsel gewachsen.
Dies führt aufgrund der enormen Wasseraufnahmekoeffizienten des mittelalterlichen Backsteins zu einer zunehmenden Durchfeuchtung der Mauerwerke im überhygroskopischen Bereich. Neuere Quellen gehen zudem von einer Begünstigung des Algenwachstums durch die Verlagerung der SO2- zur NOx-Belastung der Luft nach 1990 aus. Der Algenbefall begünstigt die substantielle Schädigung betroffener Oberflächen durch mikrobiellen Sekundärbefall und die Aktivität löslicher Salze. Die Dorfkirche Poseritz weist starke Algenbeläge in Teilbereichen von Wänden und Gewölben auf, die überwiegend seit Mitte der 90er Jahre des 20. Jahrhunderts neuentstanden sind. Aufgrund der extrem witterungsexponierten Lage und einer enormen Durchfeuchtung der verhältnismäßig schwachen Backsteinmauern eignet sich die Kirche besonders für die Umsetzung von Modellvorhaben zur Prävention klima- bzw. bewitterungsbedingter Schäden und für die Kontrolle ihrer Wirkungsweise. Projektziel ist die Abklärung von Möglichkeiten zur Prävention witterungsbedingter Durchfeuchtung mittelalterlicher Backsteinmauerwerke, sowie zur nachhaltigen Regulierung der Luftfeuchte im Raum als mittelbare und unmittelbare Ursachen des Algenbefalls. Aufgrund enormer finanzieller Engpässe und fehlenden Fachpersonals in den ländlichen Kirchengemeinden in der Region müssen nachhaltige Lösungen auf niedrigstmöglichem technischen und finanziellen Niveau gefunden werden.

Gefördert durch die DBU



Dieses Projekt wurde gefördert durch
die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)
AZ 23375/01

 
Inhalt

(gekürzt)
1 Anlaß und Zielsetzung des Projekts
1.1 Hintergrund
1.2 Ausgangssituation
1.3 Fortschreibung
1.4 Zielsetzung

2 Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden
2.1 Strategie
2.2 Durchgeführte Untersuchungen, Meßverfahren und Meßaufbauten

3 Ergebnisse
3.1 Zur Umsetzung im nächsten Bauabschnitt und zu weiterführenden Maßnahmen am
Bauwerk (Zusammenfassung)
3.2 Zur Prävention der witterungsbedingten Durchfeuchtung des mittelalterlichen
Backsteinmauerwerks
3.3 Klimabeeinflussung durch geregelte Lüftung
3.4 Erkenntnisse zu verwendeten Meßverfahren


4 Diskussion
4.1 Fortschreibung der Projektkonzeption
4.2 Probleme mit angewandten Untersuchungsmethoden

5 Öffentlichkeitsarbeit, Dissemination und Fortführung der Projektvorhaben

6 Fazit

7 Quellen- und Literaturverzeichnis

8 Anlagen, Abbildungen, Tabellen und Diagramme

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Beteiligte

  • Andreas Weiß (Autor/in)